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Bettwanzen sind kleine Insekten, die sich vom Blut von Menschen ernähren. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Cimex lectularius. Sie leben fast immer in der Nähe von Schlafplätzen – zum Beispiel im Bett oder direkt daneben.
Doch wie sehen Bettwanzen aus? Typisch für sie ist ihr flacher, ovaler Körper – ähnlich einem kleinen Apfelkern. Sie haben keine Flügel, sind rotbraun gefärbt und werden etwa 4 bis 7 Millimeter groß. Der Kopf ist klein, die Beine sind kurz, und zwei Fühler sind gut erkennbar.
Außerdem ist ihr Hinterleib deutlich gegliedert – das sieht man besonders gut auf Nahaufnahmen. Nach einer Blutmahlzeit wirkt der Körper oft dunkler und leicht aufgebläht. Erwachsene Tiere kann man mit bloßem Auge sehen.
Wie groß sind Bettwanzen?
Viele Menschen fragen sich auch: Wie groß sind Bettwanzen? Im Laufe ihres Lebens verändert sich ihr Aussehen deutlich. Frisch geschlüpfte Tiere sind nur etwa 1,5 Millimeter groß, fast durchsichtig und gelblich – weshalb sie kaum zu erkennen sind.
Mit jeder Häutung werden sie größer, dunkler und dadurch leichter sichtbar. Erst ab einer Größe von etwa 2 bis 3 Millimetern sind sie mit bloßem Auge deutlich zu erkennen.
Dennoch besteht eine gewisse Verwechslungsgefahr, da Bettwanzen einigen anderen Tieren ähneln. Dazu gehören zum Beispiel:
- Plattwanzen – ähnliche Form, jedoch dunkler und schlanker
- Grüne Stinkwanzen – deutlich größer, mit Flügeln und meist draußen an Pflanzen
- Junge Schaben oder Buchläuse – ähnlich klein
- Zecken nach dem Saugen – ähnliche Farbe, allerdings mit 8 statt 6 Beinen
Auch der Fundort kann bei der Einordnung helfen. Bettwanzen halten sich fast ausschließlich im Schlafzimmer auf. Andere Wanzenarten leben dagegen meist draußen oder in anderen Bereichen der Wohnung.
Bettwanzen Bilder
Auf Bildern erkennt man Bettwanzen an mehreren typischen Merkmalen. Besonders auffällig ist ihr flacher, ovaler Körper, der auf Makroaufnahmen – wie im Bild unten – gut zu sehen ist. Außerdem sind sie rotbraun bis dunkelbraun gefärbt.
Zusätzlich erkennt man auf guten Bettwanzen-Bildern mehrere typische Details. Dazu gehören:
- ein deutlich gegliederter Hinterleib
- sechs Beine
- zwei Fühler
- keine Flügel
Auf dem Bild ist außerdem gut zu erkennen, dass der Hinterleib aus mehreren Segmenten besteht. Nach einer Blutmahlzeit wirkt dieser Bereich meist dunkler und deutlich aufgebläht, weil sich der Körper mit Blut füllt.

Wie sehen Bettwanzen Eier aus?

Bettwanzen legen sehr kleine Eier. Diese sind etwa 1 Millimeter groß und weißlich bis cremefarben. Ihre Form ist länglich, leicht gebogen und erinnert oft an ein winziges Reiskorn.
Über eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa sechs Monaten kann ein Weibchen rund 200 Eier legen. Meist werden sie in kleinen Gruppen von etwa fünf bis zehn Eiern abgelegt. Damit sie nicht verrutschen, befestigt das Weibchen sie mit einer klebrigen Substanz an rauen Oberflächen.
Auf Bildern – wie im Bild oben – erkennt man diese Eier häufig als kleine weiße Punkte oder reiskornähnliche Strukturen, die dicht nebeneinander liegen. Oft befinden sie sich in Ritzen, an Matratzen-Nähten, in Bettgestellen oder in kleinen Spalten in der Nähe von Schlafplätzen.
Die Entwicklung der Eier hängt stark von der Temperatur ab. Bei Temperaturen zwischen etwa 13 und 37 °C schlüpfen die Larven in der Regel nach sechs bis zehn Tagen.
Bettwanzen Larven bzw. Bettwanzen Nymphen

Nach einiger Zeit schlüpfen aus den Eiern junge Bettwanzen. Diese nennt man Nymphen – quasi Bettwanzen-Babys. Eine Nymphe ist also eine junge Bettwanze, die noch nicht ausgewachsen ist.
Zu Beginn sind diese Tiere sehr klein und hell gefärbt. Frisch geschlüpfte Nymphen werden nur etwa 1,5 Millimeter groß und erscheinen weißlich bis strohfarben. Deshalb sind sie auf hellen Oberflächen oft kaum zu erkennen.
Im Laufe ihrer Entwicklung häuten sich die jungen Bettwanzen mehrmals. Mit jeder Häutung wachsen sie weiter und werden gleichzeitig dunkler. Dadurch ähneln sie mit der Zeit immer stärker den erwachsenen Bettwanzen.
Bettwanzen Häutungshüllen

Bettwanzen wachsen in mehreren Entwicklungsstufen. Dabei werfen sie regelmäßig ihre alte Haut ab. Diese leeren Hüllen nennt man Bettwanzen Häutungshüllen.
Häutungshüllen sind sehr leicht und meist durchsichtig bis gelblich. Oft sehen sie aus wie eine leere Bettwanze, weil Form und Struktur des Körpers noch gut erkennbar sind.
Solche Hüllen findet man häufig in den typischen Verstecken der Bettwanzen im Schlafzimmer. Besonders häufig treten sie an folgenden Orten auf:
- an Matratzen-Nähten
- in Ritzen im Bettrahmen
- hinter Bilderrahmen
- hinter Steckdosen
- in kleinen Wandritzen
Bettwanzen Kotspuren

Ein häufiges und wichtiges Anzeichen für Bettwanzen sind kleine dunkle Punkte. Dabei handelt es sich um Bettwanzen Kotspuren.
Diese Spuren erscheinen meist als kleine schwarze oder dunkelbraune Flecken. Oft sehen sie aus wie Punkte von einem Filzstift oder wie kleine Tintenkleckse auf Stoff oder Holz.
Typische Stellen, an denen Bettwanzenkot zu finden ist, sind zum Beispiel:
- an Matratzen-Nähten
- am Bettrahmen
- an Wandbereichen hinter dem Bett
- auf der Bettwäsche
Neben den dunklen Kotspuren können manchmal auch kleine rötliche Blutflecken auftreten. Diese entstehen gelegentlich, wenn eine vollgesaugte Bettwanze im Schlaf zerdrückt wird.
Bettwanzen Matratze

Bei Verdacht auf Bettwanzen sollte das Bett besonders gründlich untersucht werden. Die Matratze ist dabei einer der wichtigsten Orte, da sich Bettwanzen häufig in unmittelbarer Nähe ihres Wirts verstecken.
Zuerst wird die Matratze aus dem Bettrahmen genommen. Anschließend sollte sie mit einer hellen Taschenlampe sorgfältig kontrolliert werden, damit auch kleine Spuren sichtbar werden.
Besonders gründlich sollten dabei folgende Bereiche überprüft werden:
- alle Matratzen-Nähte
- die Oberseite und Unterseite der Matratze
- die Seitenkanten
An diesen Stellen können sich Bettwanzen, Eier, Häutungshüllen oder kleine dunkle Kotpunkte befinden.
Danach sollte auch der Bettrahmen genau untersucht werden. Bettwanzen verstecken sich dort besonders gern in kleinen Spalten und schwer erreichbaren Bereichen, zum Beispiel in:
- Schraubenlöchern
- Holzritzen
- Verbindungen des Lattenrosts
Werden an diesen Stellen Spuren entdeckt, kann das ein deutlicher Hinweis auf einen Bettwanzenbefall sein. In diesem Fall sollte das gesamte Bett sowie der Bereich rund um den Schlafplatz gründlich weiter untersucht werden.
Gibt es ein Bettwanzen Nest?
Viele Menschen fragen sich, ob es ein Bettwanzen-Nest gibt. Bettwanzen bauen jedoch keine Nester im klassischen Sinne, wie man sie von Ameisen oder Wespen kennt.
Stattdessen verstecken sich Bettwanzen in kleinen Spalten und geschützten Bereichen in der Nähe ihrer Nahrungsquelle. Da sie nachts Blut saugen, befinden sich ihre Verstecke meist in der Nähe von Schlafplätzen.
Wo verstecken sich Bettwanzen
- Matratzen-Nähte
- Ritzen im Bettgestell
- Spalten im Bettrahmen oder Lattenrost
- kleine Risse in Möbeln
- Bereiche hinter Bilderrahmen oder Steckdosen
In solchen Verstecken sammeln sich häufig mehrere Hinweise auf einen Befall. Dort können sich lebende Bettwanzen, Eier, Häutungshüllen und kleine dunkle Kotpunkte befinden.
Auch wenn Bettwanzen also kein echtes Nest bauen, halten sie sich oft gemeinsam in denselben Verstecken auf. Dadurch entstehen Ansammlungen, die manchmal fälschlicherweise als Bettwanzen-Nest bezeichnet werden. Diese befinden sich fast immer in der Nähe des Bettes oder anderer Schlafplätze.
Bettwanzen Geruch
Bei einem stärkeren Befall kann im Schlafzimmer ein auffälliger Geruch entstehen. Viele Menschen beschreiben den Bettwanzen Geruch als süßlich und leicht muffig.
Manche vergleichen ihn auch mit einem Mandel- oder Himbeergeruch. Dieser Geruch entsteht durch bestimmte Duftstoffe, die Bettwanzen abgeben.
Der Geruch wird jedoch meist erst bei einem größeren Befall wahrnehmbar. Wenn sich viele Tiere im Raum befinden – oft mehrere hundert Bettwanzen – können sich ihre Sekrete ansammeln und den typischen Geruch verursachen. Bei kleinen Populationen oder bei niedrigeren Temperaturen (unter etwa 20 °C) bleibt der Geruch dagegen häufig unauffällig.
Außerdem kann sich der Geruch verstärken, wenn die Verstecke der Bettwanzen gestört werden. Das kann zum Beispiel passieren, wenn auf die Matratze geklopft wird oder Möbel bewegt werden.
Trotzdem ist der Geruch allein kein sicherer Beweis für Bettwanzen. In frühen Stadien eines Befalls oder in gut belüfteten Räumen fehlt er oft komplett. Deshalb sollte man immer auch nach anderen typischen Spuren suchen, da diese zuverlässiger sind.
Bettwanzen im Hotel vermeiden – so gehst du vor
1. Nach der Ankunft: Der Koffer-Check
Nach der Ankunft im Hotel solltest du zuerst deinen Koffer kontrolliert abstellen. Am besten stellst du ihn zunächst in die Badewanne oder auf die Fliesen im Badezimmer. Bettwanzen mögen glatte Oberflächen wie Fliesen nicht und können sich dort schlechter verstecken.
Wichtig ist außerdem, dass du deine Tasche nicht direkt auf das Bett oder auf einen Teppich stellst. Warte damit, bis du das Zimmer kurz überprüft hast.
2. Das Zimmer untersuchen
Bevor du dich im Zimmer einrichtest, lohnt sich ein kurzer Blick auf das Bett. Kontrolliere die Bettlaken, die Matratzen-Nähte und den Bereich um das Bett. Achte dabei auf typische Spuren wie kleine dunkle Kotpunkte, Blutflecken oder Häutungshüllen. Diese Stellen sind dieselben, an denen Bettwanzen häufig auch in Wohnungen gefunden werden.
3. Wenn du Bettwanzen findest
Falls du Bettwanzen oder typische Spuren entdeckst, solltest du sofort reagieren. Informiere umgehend die Rezeption und bitte um ein anderes Zimmer.
Wichtig ist, dass das neue Zimmer möglichst nicht direkt neben dem ursprünglichen Zimmer liegt. Ideal ist ein Zimmer auf einem anderen Stockwerk. Auch dieses Zimmer solltest du vorsichtshalber kurz überprüfen, bevor du dein Gepäck dort abstellst.
4. Falls du die Bettwanzen erst während deines Aufenthalts bemerkst
Wenn du nach Hause kommst, solltest du vorsichtig sein, damit keine Bettwanzen in deine Wohnung gelangen.
Am besten öffnest du den Koffer nicht direkt im Schlafzimmer. Packe ihn stattdessen auf dem Balkon, in der Garage oder in der Badewanne aus.
Alle Kleidungsstücke sollten anschließend heiß gewaschen werden. Eine Wäsche bei 60 °C für mindestens 30 Minuten tötet Bettwanzen und ihre Eier zuverlässig ab.
Gegenstände, die nicht heiß gewaschen werden können, lassen sich alternativ einfrieren. Lege sie dafür für etwa zwei Tage bei −18 °C ins Gefrierfach.
Auch Hitze kann helfen. Manche Gegenstände können in einem schwarzen Müllbeutel in die pralle Sonne gelegt werden. In einigen Fällen ist auch vorsichtiges Erhitzen im Backofen möglich – allerdings nur, wenn das Material dafür geeignet ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
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Wie sehen Bettwanzen aus?
Sie sind rotbraun, flach und oval, ähneln einem Apfelkern und werden etwa 4 bis 7 Millimeter groß. -
Wie groß sind Bettwanzen im Durchschnitt?
Frisch geschlüpfte Tiere messen ca. 1,5 mm, während ausgewachsene Exemplare bis zu 7 mm erreichen können. -
Was sind die wichtigsten Merkmale auf Bettwanzen-Bildern?
Achte auf den gegliederten Hinterleib, sechs Beine, zwei Fühler und das Fehlen von Flügeln. -
Woran erkennt man die Eier von Bettwanzen?
Sie sind ca. 1 mm klein, weißlich und erinnern in ihrer länglichen Form an winzige Reiskörner. -
Warum findet man Häutungshüllen im Schlafzimmer?
Bettwanzen häuten sich mehrmals während des Wachstums und hinterlassen dabei ihre alten, gelblichen Hüllen in Verstecken. -
Was sind typische Anzeichen für Kotspuren?
Kleine schwarze oder dunkelbraune Punkte auf Matratzen oder Laken, die wie winzige Tintenkleckse wirken. -
Wie kontrolliere ich meine Matratze am besten?
Man sollte Nähte, Kanten und Ritzen gründlich mit einer hellen Taschenlampe nach Spuren absuchen. -
Haben Bettwanzen ein richtiges Nest?
Nein, sie bauen keine Nester, sondern sammeln sich lediglich gemeinsam in geschützten Spalten und Ritzen. -
Wie schütze ich mich im Hotel vor Bettwanzen?
Stelle den Koffer auf glatte Flächen (z.B. Badewanne) und untersuche das Bett vor der ersten Übernachtung.
Quellenverzeichnis
- Doggett, S. L., Miller, D. M., & Lee, C. Y. (2018). Advances in the Biology and Management of Modern Bed Bugs. John Wiley & Sons.
- Goddard, J., & deShazo, R. (2009). Bed bugs (Cimex lectularius) and clinical consequences of their bites. JAMA, 301(13), 1358-1366.
- Umweltbundesamt (UBA). (2020). Bettwanzen: Erkennen, Vorbeugen, Bekämpfen. Ratgeber für die Praxis.
- Robert Koch-Institut (RKI). (2014). Bettwanzen – Cimex lectularius. RKI-Ratgeber für Ärzte.
