Wenn du unter Neurodermitis leidest, kennst du wahrscheinlich das Gefühl, wenn die Haut plötzlich wieder stärker juckt, obwohl du eigentlich alles richtig machst. Oft liegt der Auslöser in deiner Umgebung – und einer der häufigsten, aber übersehenen Faktoren sind Hausstaubmilben. Diese winzigen Spinnentiere leben in fast jedem Bett und können nicht nur Allergien auslösen, sondern auch die Haut bei Neurodermitis zusätzlich reizen (3).
Hausstauballergie und Neurodermitis treten häufig gemeinsam auf. Beide gehören zum sogenannten atopischen Formenkreis – Erkrankungen, die durch ein überaktives Immunsystem entstehen und ähnliche Entzündungsprozesse im Körper auslösen (1, 2). Das erklärt, warum Milbenallergiker oft auch unter Neurodermitis leiden – und umgekehrt.
Was passiert im Körper: Wenn Hausstaubmilben Neurodermitis verstärken
Hausstaubmilben selbst sind harmlos, doch ihr Kot enthält Proteine, die starke Allergene sind (3). Diese Partikel werden beim Atmen eingeatmet oder gelangen über die Haut in den Körper. Das Immunsystem erkennt sie fälschlich als Gefahr, bildet Antikörper (IgE) und reagiert mit Entzündungssignalen wie Histamin – es juckt, die Haut rötet sich, die Schleimhäute schwellen an (4).
Bei Neurodermitis ist die Hautbarriere ohnehin geschwächt. Durch genetische Veränderungen, etwa im sogenannten Filaggrin-Gen, verliert die Haut Feuchtigkeit und wird durchlässiger für Reizstoffe und Keime (5). So können Milbenallergene leichter eindringen und die Entzündung verstärken. Forschungen zeigen, dass Milbenenzyme die Haut sogar direkt angreifen können, indem sie die Verbindungsstrukturen zwischen den Hautzellen auflösen (7).
Diese Kombination – defekte Hautbarriere und Allergenexposition – führt zu einem Teufelskreis: Die Haut reagiert stärker auf Milbenkontakt, wird noch gereizter, und dadurch gelangen weitere Allergene hinein.
Warum Hausstauballergie und Neurodermitis oft gemeinsam auftreten
Beide Erkrankungen haben denselben immunologischen Ursprung: eine sogenannte Typ-2-Entzündung, bei der bestimmte Botenstoffe (IL-4, IL-5, IL-13) übermäßig aktiv sind. Diese regen die Bildung von IgE-Antikörpern an, die bei Kontakt mit Milben oder Pollen allergische Reaktionen auslösen (2, 6).
Mediziner sprechen vom „atopischen Marsch“: Viele Kinder entwickeln zuerst Neurodermitis – später folgen Allergien wie Heuschnupfen oder Asthma (6). Das zeigt, wie eng Haut und Atemwege miteinander verbunden sind. Eine gut gepflegte Haut schützt also nicht nur äußerlich, sondern kann langfristig auch vor neuen Allergien bewahren.
Typische Anzeichen im Alltag: So erkennst du den Einfluss von Milben
Vielleicht hast du es selbst schon bemerkt: Deine Haut juckt besonders stark morgens nach dem Aufwachen. Oder du bekommst verstopfte Nase und tränende Augen, sobald du das Bett machst. Das liegt daran, dass sich Milbenallergene in Matratzen, Kissen und Bettdecken sammeln. Beim Aufschütteln werden sie freigesetzt – und können über die Luft oder die Haut wirken (3, 9).
Neurodermitis ist keine reine Allergie, aber Allergene wie Milbenkot können Schübe auslösen oder verschlimmern (8). Besonders in der kalten Jahreszeit, wenn geheizt wird und die Luft trocken ist, steigt die Belastung, weil mehr Staub aufgewirbelt wird (3).
Encasings gegen Hausstaubmilben – Schutz für empfindliche Haut
Hausstaubmilben lieben Matratzen, Kissen und Decken – dort ist es warm, feucht und voller Hautschuppen. Mit sogenannten Encasings, also milbendichten Schutzbezügen, kannst du sie wirksam fernhalten.
Die Bezüge umhüllen Matratze, Kissen und Decke vollständig und bilden eine zuverlässige Barriere. So bleiben sowohl die Milben als auch ihre allergenen Rückstände – vor allem Kotpartikel und Eiweißstoffe – eingeschlossen. Das verhindert, dass sie in die Raumluft gelangen oder mit deiner Haut in Kontakt kommen. Gute Encasings sind atmungsaktiv, weich und hautfreundlich – du spürst sie kaum, aber sie schützen dich jede Nacht (2, 3).
Wenn du passende Encasings suchst, findest du bei Bedding Bird milbendichte Schutzbezüge, die speziell für Allergiker:innen entwickelt wurden:
Für weitere Tipps, wie du dich zusätzlich vor Milben schützen kannst, lies den Ratgeber:
Hausstaubmilben – Risiken und Schutzmöglichkeiten
Fazit: Hausstaubmilben reduzieren, Hautbarriere stärken
Hausstaubmilben lösen keine Neurodermitis aus, können sie aber deutlich verschlechtern. Beide Erkrankungen beruhen auf ähnlichen immunologischen Prozessen. Wenn du deine Hautbarriere stärkst und Milbenkontakt konsequent reduzierst, kannst du Schübe verringern und ruhiger schlafen. Gute Hautpflege, regelmäßiges Lüften und hochwertige Bettmaterialien sind einfache, aber wirkungsvolle Schritte zu mehr Wohlbefinden.
Häufige Fragen zu Hausstaubmilben und Neurodermitis
Können Hausstaubmilben Neurodermitis auslösen?
Nein, sie verursachen keine Neurodermitis, können aber bestehende Hautprobleme deutlich verschlechtern.
Warum verschlimmern Milben meine Neurodermitis?
Weil ihre Allergene und Enzyme die ohnehin geschwächte Hautbarriere weiter reizen und Entzündungen fördern.
Was haben Hausstauballergie und Neurodermitis gemeinsam?
Beide gehören zum atopischen Formenkreis und beruhen auf einer Typ-2-Entzündung mit ähnlichen Immunreaktionen.
Warum juckt meine Haut besonders morgens im Bett?
Weil sich Milbenallergene in Matratze, Kissen und Bettdecke sammeln und beim Aufschütteln freigesetzt werden.
Können Milben auch Neurodermitis-Schübe auslösen, wenn ich keine Allergie habe?
Ja, ihre Enzyme können die Haut direkt schwächen und Entzündungen verstärken – auch ohne klassische Allergie.
Was sind Encasings und wie helfen sie bei Neurodermitis?
Encasings sind milbendichte Schutzbezüge für Matratze, Kissen und Decke. Sie verhindern, dass Milben und ihre Rückstände mit der Haut in Kontakt kommen.
Wie kann ich meine Hautbarriere stärken?
Durch gute Pflege, Feuchtigkeit, milde Reinigung und den Verzicht auf reizende Stoffe.
Wann sind Milben besonders aktiv?
Vor allem in der Heizperiode, wenn die Luft trocken ist und mehr Staub aufgewirbelt wird.
Quellen
- MSD Manual Profi-Ausgabe: Atopische Dermatitis (Ekzem)
- AWMF-Leitlinie Neurodermitis (2024)
- Neurodermitis.net – Hausstaubmilbenallergie
- Allergieinformationsdienst – Grundlagen Neurodermitis
- Allergieinformationsdienst – Neurodermitis Behandlung
- Mein Allergieportal – Der atopische Marsch
- SpringerLink – Aeroallergene als Provokationsfaktoren des atopischen Ekzems
- ECARF – Factsheet Allergien
- Science News – How dust mites give dermatitis sufferers the itch
- NIH – Allergenimmuntherapie bei atopischer Dermatitis
